KOPENHAGEN
Gespräch mit dem Klimaberater der Kanzlerin
Zwei Kollegiaten vom Schöner-Gymnasium als Beobachter beim Klimagipfel in Kopenhagen
(mia) Für die Welt mag das Resultat eines fehlenden verbindlichen Klimaschutzabkommens enttäuschend, für Franka Stöhling und Gregor Münch aus Arnstein war die Teilnahme am UN-Weltklimagipfel trotzdem ein unvergessliches Ereignis.
Franka Stöhling (18) und Gregor Münch (18), Kollegiaten in der 13. Jahrgangsstufe am Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt, sind seit zwei Jahren Mitglied bei dem von British Council gegründeten Projekt International Climate Champions (ICC). Die ICCs sind Jugendliche aus der ganzen Welt und setzen sich als Botschafter für den Klimaschutz ein.
Sie nahmen in Kopenhagen am UN-Weltklimagipfel teil und waren dort vom 12. bis zum 19. Dezember als Beobachter akkreditiert. Zusammen mit Christine Grabs aus Wuppertal konnten sie eine Woche lang die Luft internationaler Verhandlungen und Diplomatie schnuppern.
Ein Höhepunkt ihres Aufenthalts war das Treffen mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen, schreibt Gregor Münch in einem Bericht über den Kopenhagen-Aufenthalt. Der Minister nahm sich trotz der schwierigen und intensiven Verhandlungen Zeit für die drei Klimaschützer, um ihre Fragen zu beantworten.
Auch auf kritische Nachfragen, ob Deutschland vorangehen und nicht nur folgen werde, antwortete Röttgen, dass man sich nach den anderen Ländern richten müsse, damit man ein einheitliches Ergebnis erziele. Er gab sich große Mühe, Bedenken auszuräumen und stand im Anschluss für ein gemeinsames Foto zur Verfügung.
Der Klimaberater der Kanzlerin, Professor Joachim Schellnhuber vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung überzeugte durch seine fachliche Kompetenz, seine Sachlichkeit und die illusionslose Analyse von Klimadaten. Dass die beiden Arnsteiner nach seinem Vortrag mit ihm reden konnten, stellte ein großes Privileg dar. Im Gespräch beantwortete er die Fragen der beiden Schüler mit derselben Wertschätzung wie die der Experten aus dem Umweltministerium.
Bilder von gewaltbereiten Demonstranten bleiben bei vielen im Gedächtnis, doch in Kopenhagen überwogen friedliche Kundgebungen, schreibt Münch. Dies zeigte sich bis zum letzten Tag des Klimagipfels, als verschiedene Umweltgruppierungen vernetzt für einen Verhandlungserfolg protestierten. Auch als Protestierende waren die beiden ICCs gern gesehen.
Der Klimagipfel war für Neulinge wie Franka und Gregor genau wie für erfahrene Diplomaten durch seine Größe überwältigend. Ob bei Minusgraden in der Warteschlange vor dem Eingang oder auf den Gängen der Konferenzhallen, interessante Begegnungen mit Menschen aus allen Teilen der Welt fanden überall statt. Es wurde deutlich, dass in vielen Teilen der Erde regional Klimaschutz zum Bestandteil des Alltags geworden ist. Leider sei dies noch immer nicht Prinzip der globalen Politik, endet der Bericht.
Der Text des Artikels wurde uns freundlicherweise von der Mainpost zur Verfügung gestellt!









