"Der kleine Prinz" zu Besuch in Karlstadt
Am Donnerstag, den 13.11.2025, um 18:00 Uhr, erlebten wir, die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe des Johann-Schöner Gymnasiums, einige Lehrer, Eltern und Geschwister die hervorragende Vorpremiere des Theaterstücks "Der kleine Prinz" im Theater der Gerbergasse in Karlstadt.
In der Inszenierung ging es um den kleinen Prinzen, der von einem anderen Stern auf die Erde kam und sich dort mit einem Piloten anfreundete, welcher kurze Zeit vorher dort abgestürzt war. Der kleine Prinz war sehr fantasievoll, trug einen hellgrünen, leuchtenden Hosenanzug und einen grünen Schal. Seine Haare glitzerten effektvoll und der junge Schauspieler sprach seine umfangreiche Rolle äußerst gewandt. Wie in der Originalgeschichte hatte er stets viele Fragen und ließ nicht locker, wenn er keine deutliche Antwort von den Erwachsenen bekam. Auf dem kleinen Heimatplaneten des Prinzen wuchs auch seine Rose. Sie war der Grund, weshalb der kleine Prinz seinen Planeten verließ und sich auf die Reise machte, da sie sehr anspruchsvoll war. Allerdings mochte er sie doch und vermisste sie sehr, während er unterwegs war.
Seine Reise zur Erde und zu unterschiedlichen Planeten wurde durch verschiedene Elemente an die moderne Zeit angepasst, zum Beispiel durch die Rolle einer Influencerin und einer KI. Die Kostüme waren sehr abwechslungsreich, farbenfroh und passten gut zu den verschiedenen Charakteren.
Es gab spannende, emotionale, aber auch sehr lustige Szenen, bei denen die Zuschauer lachen mussten. Durch eindrucksvolle Gestik und Mimik der Schauspielerinnen und Schauspieler wurden die Figuren lebendig. Man sah beispielsweise dem kleinen Prinzen stets an, ob er wütend oder glücklich war. Außerdem bewegten sich die Darsteller sehr treffend. Dies konnte man gut an der KI erkennen, da sie sich wie ein Roboter bewegte und auch wie ein Roboter sprach. Sie klang stockend und metallisch.
Weitere mitwirkende Rollen waren unter anderem der König, der sich eindrucksvoll als Herrscher des ganzen Universums aufbaute. Auf einer Leiter stehend, die von seinem riesigen Mantel umhüllt war, wirkte er besonders beeindruckend auf das Publikum. Der gleiche Schauspieler übernahm auch die Rolle des Trinkers, der trinkt, weil es ihm peinlich ist zu trinken, die Influencerin, die sich als große Berühmtheit sah, ständig bemüht um „Follower“ und Jugendwörter wie „Slay“ verwendete, was das junge Publikum zum Lachen brachte. Auch zwei der Nebenfiguren, die Rose und der Fuchs, wurden sehr einfallsreich dargestellt. Die Rose wurde, wie einige andere Rollen, von einem Kind gespielt. Als man sie das erste Mal sah, entfaltete sie sich zu einem von der jungen Schauspielerin selbst gesungenen Lied sehr langsam und bedächtig. Auch wenn die Rose ein bisschen eitel und hochnäsig war, hatten der kleine Prinz und sie ein ganz besonderes Verhältnis. Der Fuchs wurde von einer jungen Frau dargestellt. Er wollte, dass der Prinz ihn zähmte, das heißt, eine Freundschaft zu ihm aufbaute, die von Vertrauen geprägt ist. Am Ende ihres Auftritts eröffnete er dem Kleinen Prinz eine Lebensweisheit und die zentrale Botschaft des Stücks: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Während des Theaterstücks wurden immer wieder passende Geräusche und Stimmen eingespielt. Zum Beispiel kam die zischende Stimme der Schlange oder die der 500 Rosen aus Lautsprechern, was im Publikum sehr eindrucksvoll wirkte. Außerdem erklang zwischendurch Musik, die der Spannung oder Untermalung der Atmosphäre diente. Auch zahlreiche stimmungsvolle Hintergrundbilder wurden auf die Leinwand projiziert, welche die verschieden Handlungsorte zeigten. Am Ende des überaus einfallsreichen Theaterstücks ertönte Kinderlachen aus den Lautsprechern. Der kleine Prinz zeigte mit seiner Hand nochmals zur Decke, wobei gleichzeitig ein Sternenhimmel im ganzen Raum erschien: „Auch du wirst Sterne haben, die lachen können“ – wollte er auf diese Weise mitteilen.
Nach der Vorführung applaudierte das Publikum kräftig und langanhaltend, um die Leistung der Darstellerinnen und Darsteller zu würdigen und um zu zeigen, was für ein gelungener Abend es war.
Das Stück sollte dem Publikum vermitteln, dass für Erwachsene wie auch für Kinder und Jugendliche Besitz, Arbeit, eigene Interessen, soziale Medien und Technik nicht alles sein dürfen, sondern dass Freundschaft, Fantasie und Zusammenhalt das sind, worauf es im Leben ankommt.
Aufgrund des großen Erfolgs wird es sogar bis Weihnachten noch einige Zusatzvorstellungen geben.
Emma Judaschke, Anna Wendel, Milea Zaric, Klasse 6b
Fotos: Bob und Maria Emsden / Günther Roth (Main-Post)
