Englisches „White Horse Theatre“ erneut zu Gast in Karlstadt
Auch heuer gastierte, dank der Vorarbeit von Carolin Gehrsitz (Gymnasium) und der Kooperation mit der Mittel- und Realschule, das englischsprachige „White Horse Theatre“ am KarlstadterGymnasium und bescherte 750 Karlstadter Schüler*innen unterhaltsame wie auch lehrreiche Englischstunden der anderen Art.
Diesmal bestand das beherzt aufspielende Profi-Quartett aus Alex Pasley (33) aus Llangollen (Wales), Rebecca Daly (26) aus Melbourne (Australien), Che Eviénè (25) aus Sheffield (England) sowie Defender Nyanmete (29) aus Nottingham. Beim Unterstufenmärchen „A Pinch of Salt“ – in Anlehnung an „Die Salzprinzessin“ – gelang es ihnen, im Nu die Herzen ihrer jungen Zuschauer zu erobern. Die mitreißende Inszenierung, die herrlichen Interaktionen und die skurrilen Eigenarten der Charaktere lösten beim Publikum immer wieder Lachsalven aus. Besonders beeindruckend Alex Pasley in der Rolle der molligen Köchin Mrs. Sourdough (Sauerteig), die im Notfall auch ihre prallen „Hupen“ als Einschüchterungsinstrumente einsetzte. Unverzichtbar das „Happy End“, wo die Prinzessin ihren Prinzen bekommt, die Bösen ihre Strafen und wo das Gute obsiegt.
Deutlich ernsthafter das Mittelstufendrama „Light Fingers“ (Mittel- und Realschule/Gymnasium), das sich intensiv mit Jugendkriminalität, Gruppenzwang und Konsumverhalten auseinandersetzte. Dem vorbildlichen Gebaren aller (380) anwesenden Schüler nach zu urteilen, wurde die Problematik des Themas sehr gut verinnerlicht.
Gleich um 8.00 Uhr am zweiten Tag wurden die 100 Schüler der gymnasialen Oberstufe von Alex Pasley mit „Good morning!“ freundlich begrüßt. Dass sich kaum jemand in der Lage fühlte, den Gruß zu retournieren, machte zwar kurz perplex, beschleunigte aber den Einstieg in den zeitlosen Shakespeare-Klassiker „Macbeth“ – in Originalsprache. Leider sind die darin verwobenen Aspekte Machtgier und Skrupellosigkeit auch heute aktueller als je zuvor. Mit ihrer glasklaren Artikulation und ihrer unbändigen Spielfreude gelang es dem Quartett, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Ja, und wenn der Bösewicht Macbeth mit Dolch in der Hand und kaltem Blick plötzlich neben einem im Publikum steht, sollte man für alle Fälle sehr gut aufpassen.
Bob Emsden
