Erasmus+ in Finnland: „Happy Students Learn Better“ – Lernen von den Glücklichsten

Erasmus+ in Finnland: „Happy Students Learn Better“ – Lernen von den Glücklichsten

Im Rahmen des Erasmus+-Programms hatten wir die Gelegenheit, an der internationalen Fortbildung „Happy Students Learn Better“ in Finnland teilzunehmen. Ziel des Kurses war es, Einblicke in das weltweit anerkannte finnische Bildungssystem zu gewinnen und Strategien kennenzulernen, die das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern stärken und damit erfolgreiches Lernen fördern. 

Im Weltglücksbericht belegte Finnland 2026 den ersten Platz – zum neunten Mal in Folge. Dieser Erfolg wird nicht zuletzt mit einem Bildungssystem in Verbindung gebracht, das die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen in den Mittelpunkt stellt. Im Kurs wurde deutlich, dass Lernen dort weit mehr bedeutet als die Vermittlung von Faktenwissen. Wert gelegt wird auch auf die Vermittlung von Alltagskompetenzen z.B. aus dem Bereich Haushaltsführung sowie die Stärkung von Individualität, Motivation, sozialem Miteinander und emotionalem Wohlbefinden. Zudem gibt es in Finnland deutlich mehr Betreuungspersonal, das bei schulischen und psychischen Problemen hilft. Individuelle Förderung und Unterstützung sind dort selbstverständlich.

Neben Vorträgen über die Besonderheiten des finnischen Schulsystems und Interviews z.B. mit Sozialarbeitern, wurden in Workshops zahlreiche praxisnahe Methoden vorgestellt, mit denen die Aktivität von Lernenden gefördert, ihre Teilhabe erhöht und ihre Resilienz und Motivation gesteigert werden können. Dabei wurde immer wieder betont, dass Lernfreude und schulischer Erfolg eng miteinander verbunden sind. Schülerinnen und Schüler lernen nachhaltiger, wenn sie sich sicher, wertgeschätzt und beteiligt fühlen. Und das kann – wie wir in einigen Exkursionen erleben durften – vor allem auch in der Natur bzw. beim Lernen außerhalb des Schulgebäudes möglich sein. Die finnische Fauna und Flora sind aber auch unfassbar schön!

Während der Fortbildungswoche haben wir auch Lehrkräfte aus Belgien und den Niederlanden sowie Lehrerinnenteams aus anderen Regionen Deutschlands kennengelernt und mit ihnen an Diskussionen und Praxisphasen teilgenommen. Dieser Austausch war mindestens genauso bereichernd wie das Kennenlernen finnischer Schulen und des dortigen Schulsystems. Auch die finnische Kultur und die Herzlichkeit der Finnen hat uns beeindruckt. Wir hatten das Gefühl, zwischenmenschliche Begegnungen sind stets von Wertschätzung und Respekt geprägt. Die Finnen können aber auch ausgelassen feiern. So durften wir miterleben, wie sie in Helsinki den Endspielsieg über die Schweiz in der Eishockey-Weltmeisterschaft bejubelten. Das war ein Fest!

Aus dieser Erasmus+-Fortbildung haben wir viele Impulse mitgenommen, die wir in den Schulalltag am JSG übertragen wollen, um die positive Lernkultur an unserer Schule weiterzuentwickeln. Die Erfahrungen aus Finnland bestätigen für uns ganz klar: Schülerinnen und Schüler lernen am besten in einer Umgebung, in der sie sich wohlfühlen, ihre Stärken entdecken können und Freude am Lernen entwickeln.

Text und Bild: Kristina Roth und Ruth Salveter

 

 

verfasst von M.Wolf am