Was kann man tun, damit so etwas nicht wieder geschieht?
Aktionen zum Holocaust-Gedenktag 27.1.2023
Diese wichtige Frage kam am Freitag, den 27.1., in der JSG-Aula bei einer Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag auf. Zuvor hatten Schüler und Schülerinnen der 11. Klasse in Bild, Wort und Ton an eine Familie aus der Nachbarschaft erinnert, an die jüdische Familie Birk aus Laudenbach, die „unter uns“ gelebt hatte, bis sie der Verfolgung und Ermordung durch den Nationalsozialismus – oder sagen wir ruhig: auch durch ihre Nachbarn – zum Opfer fiel. Georg Schirmer, der Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge Laudenbach e.V. hatte diese musikalische Lesung erarbeitet und war als Sänger auch beteiligt. So entstand bei der versammelten Q11 ein lebendiges Bild vom Schicksal der Familie Birk aus Laudenbach. In der Tat äußerte auch eine Schülerin im nachfolgenden Gespräch, besonders erschütternd sei, dass es sozusagen Leute von nebenan gewesen sind. Und: Es sei wichtig zu erinnern: „Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder geschieht.“ Aber wie geht das? Was kann man konkret tun? Erinnern ist wichtig! Darin war man sich einig.
Aber muss es nicht auch darum gehen, unseren alltäglichen Umgang miteinander auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls zu ändern? Gerade in einer „Schule ohne Rassismus“. Was ist, wenn einzelne zu Menschen zweiter Klasse gemacht werden, weil sie alltäglich dem Mobbing ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen ausgesetzt sind? Wie zeigt sich rechtspopulistisches Gedankengut und wie kann man dagegen argumentieren? Damit beschäftigte sich am Mittwoch in der Aula je ein Theaterstück: „Hier stinkt’s“ bzw. „Ich bin kein Nazi, aber …“ des ueTheaters aus Regensburg. Ein Schauspielerpaar brachte ohne großen Bühnenaufwand in der Aula ca. 110 bzw. 170 Schüler und Schülerinnen der 8. und 9. Klassen aus JSG, Johann-Rudolph-Glauber-Realschule und Konrad-von-Querfurt-Mittelschule zum Nachdenken über die genannten Fragen.
Im März werden auch die 10. Klassen noch die Möglichkeit bekommen, sich mit entsprechenden Fragestellungen auseinanderzusetzen, nämlich beim alljährlichen Extremismus-Workshop. Dazu wird ein Mitarbeiter der Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) zu uns kommen.
Text und Bilder: Andreas Stein
